Mit tiefen Gedanken und Worten, habe ich mich an das Thema Liebe gewagt. Meine Seele sprach und meine Feder schrieb ... Viel Spaß.

Ein Versuch die unbeschreibliche Liebe zu beschreiben

Esragül Schönast

Heute tu ich es. Etwas, wovor ich eigentlich meinen größten Respekt habe und mich mit Vorsicht herantaste. Ich schreibe über die Liebe! ♥

Eigentlich bin eine von den Menschen, die denkt: Liebe ist. Oder wie Stefan Vollmer wahrhaftig formuliert:

“Liebe – ein Wort mit fünf Buchstaben und ein Gefühl, das kein Alphabet der Welt korrekt beschreiben könnte.“

Dennoch kann man natürlich viel von Liebe erzählen oder es zumindest probieren. Hier mein Versuch. Viel Freude beim Lesen …

Schön, dass es sie gibt

Zunächst möchte ich Gott danken, dass solch ein Gefühl überhaupt existiert und uns gegeben wurde. Egal in welcher Form und wem oder was gegenüber.

Einen Menschen zu lieben bedeutet ihn bzw. sich gegenseitig zu ehren, zu unterstützen, mit Respekt und Fürsorge zu begegnen, sich zu beraten, zu pflegen, zu küssen, zu umarmen, zu vertrauen und die Zeit miteinander zu genießen und zu vergessen.

Sicherlich gibt es nicht DIE Liebe. Liebe ist facetteneich und verschieden wahrnehmbar. Hier einige Formen der Liebe:

Mama & Papa – Elternliebe

Erstaunlich ist zum Beispiel die Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Es gibt diverse Sprichwörter, Weisheiten und Zitate über diese Form der Liebe, die diese womöglich nur ansatzweise beschreiben können. Ich bin zwar keine Mutter, aber eine Tochter. Es gab sehr viele Situationen in meinem Leben, in welchen ich die Liebe meiner Eltern in den Augen ablesen konnte. Wirklich sehen konnte. Ob es nun wegen dem Leuchten war oder aufgrund der Tiefe – ich weiß es nicht genau.

Die manchmal sehr ausgeprägte (Für)Sorge der Eltern ist genau von dieser Liebe geprägt. Wenn sie einmal mehr anrufen, als wir erwarten, ist es die Liebe, die sie dazu bringt. Wenn sie einmal mehr zum Essen auffordern, ist es wieder die Liebe, die sie dazu bringt. Wenn sie einmal mehr den Ratschlag geben, den wir leider oftmals mit einem Augenrollen empfangen, dann wieder aus demselbigen Grunde. Sie sorgen sich um uns. Sie wollen, dass es uns gut geht. Verblüffend dabei ist nämlich, dass es ihnen dann auch gut geht. Welch fabelhafte Gegebenheit. Und mit fabelhaft meine ich wirklich Fabel im Märchensinne. Jemandem geht es gut, weil es dir gut geht. Diese unbeschreiblich schöne Liebe ist es, was einem Halt und Stärke in allen Bereichen des Lebens geben kann. Da sollte man sich das ein oder andere „Ohh Mama“ oder „Oh Papa“ vielleicht doch mal verkneifen, in Anbetracht dessen, welch Glück es eigentlich ist, so geliebt zu werden.

Ich, beispielsweise habe auch schon Misserfolge erlebt. Ich würde fast behaupten, dass meine Eltern in solchen Lebenslagen gespannter und letztlich trauriger waren, als ich selbst – und ich war schon ziemlich traurig. Und warum? Sie lieben mich und wollen mein Bestes. Wie schön. Sie wissen gar nicht, dass genau das wiederum mir die nötige Kraft und Stärke bietet mich nicht von diesen Sorgen unterkriegen zu lassen. Denn statt die Enttäuschung sich anmerken zu lassen, unterstützen und lieben sie noch einmal mehr. Welch schöner Liebeskreislauf.

Es ist wie ich zu Beginn angekündigt und vermutet habe: sehr schwierig all dies in Worte zu fassen. In solchen Momenten bediene ich mich beim Schreiben sehr gerne an Zitaten, weil es mir immens gefällt, dass andere Menschen sich auch darüber Gedanken machen/machten und dies letztlich auf Papier brachten. In diesem Fall eines meiner Lieblingszitate:

“Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben hindurch die kalte Welt aushalten.“
Jean Paul

Warum eigentlich nur ein halbes Leben? Vielleicht weil man auch anderweitige Liebe braucht?

Die Liebe zu diesem einen Menschen

Man denkt stets aneinander. Man ist glücklich, wenn er oder sie anwesend ist. Man vermisst sich und sehnt sich einander herbei. Durch das gegenseitige Zuhören, geht es einem besser. Geborgenheit, Fürsorge und Vertrauen bilden die Basis dafür, dass man sich fallen lassen kann.

Um über die Liebe zu dieser einen bestimmten Person erzählen zu können, musste ich mit solchen Gefühlen höchstpersönlich beginnen.

Die Zeit hält an

Diese Liebe ist unendlich. Man weiß nicht genau, wo sie anfängt und wo sie aufhört. Ist das eine Schwebesituation? Ist das das, was man als siebter Himmel bezeichnet? Weil man auf gewisse Weise schwebt. Ja gut, das war jetzt womöglich etwas weit hergeholt. Dennoch würde ich schon sagen, dass Liebe etwas mit dem Gefühl zu schweben oder mit dem Gefühl abzuheben zu tun hat. Ich finde wenn man liebt und sich in Momenten auf diese Zweisamkeit konzentriert, befindet man sich in einer anderen oder entfernteren Realität. Irgendwie verschwimmt alles außen rum und nur noch die Person gegenüber ist real. So wie das in Filmen mit Kameraeffekten versucht wird darzustellen. Ich persönlich schimpfe auch nicht über den Regen in solchen Momenten … Dieser fördert dieses „Verschwimmen“ noch besser.

Dabei fallen mir ein paar Zeilen aus der Weise Wortwahl Liebessammlung ein:

“Jemanden lieben heißt als einziger ein für die anderen unsichtbares Wunder sehen.“
– Francois Mauriac

“Liebe hält die Zeit an und läßt die Ewigkeit beginnen.“
– Chuck Spezzano

An dieser Stelle will ich noch einmal bemerken, wie schön das ist, wenn Einem aus der Seele gesprochen wird. Wie schön es ist, sich mit Worten und in Worten zu treffen.

Andauernde Zweisamkeit

Verwunderlich und wundervoll zugleich ist die Verbindung, die wirklich eine Gebundenheit darstellt. Man verbringt den größten Teil der Zeit miteinander und meistens reicht die Zeit dennoch nicht aus. Man will stets beisammen sein und gewöhnt sich aneinander. Aus zwei Leben wird eins.

Wichtig ist es in diesem Zusammenhang auch zu erwähnen, dass man auf bestimmte Dinge achten sollte. Eine Liebe kann sehr schnell leiden. Wenn die Bindung zum Beispiel soweit geht, dass Kontrollsituationen entstehen, was das Vertrauen ankratzen kann oder wenn die Beziehung soweit führt, dass Freiräume fehlen, für eigene, persönliche Bedürfnisse usw. Hier gilt es eine gewisse Achtung beizubehalten. Vielleicht hilft es an der Stelle die “Formel“ von Jochen Mariss heranzuziehen.

“Die Kunst zu lieben besteht vor allem darin, sich nahe zu sein, ohne sich zu nahe zu treten, sich täglich zu sehen, ohne alltäglich zu werden, eins zu werden und doch zwei zu bleiben.“

Liebe braucht Pflege. Liebe braucht Dankbarkeit und Respekt.
Aber Liebe braucht viel weniger, als sie gibt.

Konkurriert Liebe mit Freundschaft?

Nein. Meines Erachtens nicht.

Denn Liebe geht sogar Hand in Hand mit Freundschaft. Ich würde sagen, dass mein Mann mein Liebesehemann und mein bester Freund zugleich ist. Kurz zur Klarstellung: ich hatte mal in einem Beitrag danach gefragt, warum ein Liebespaar nach der Heirat Ehepaar genannt wird – also das Wort Liebe wegfällt. Seit ich mir diese Frage gestellt habe, nenne ich uns gerne mal Liebesehepaar und meinen Mann Liebesehemann. 🙂 Zurück zur Freundschaftsfrage. Wir unternehmen spaßige Dinge, wir tauschen uns über diverse Themen des Lebens aus, wir diskutieren, wir lernen von einander und beraten uns. All das, was in einer Freundschaft ebenfalls vorhanden ist. Man könnte sagen die Liebe als solche in einer Partnerschaft ist eine Freundschaft+ – sozusagen eine Freundschaft mit Bonuspunkten.

Auf der anderen Seite liebt man natürlich auch seine Freunde. Diese Liebe ist auch speziell. Man freut sich füreinander, man unterstützt sich und vermisst sich. Die Liebe in der Freundschaft ist deshalb finde ich so besonders, weil sie auf keiner Blutsverwandtschaft basiert und nicht auf einer Lebenspartnerschaft beruht. Sie hat einen großen Freiraum, aber ist dennoch immer präsent und greifbar. Sie gibt einem Menschen viel positive Energie und erhält sich, obwohl man nicht so oft zusammen ist, wie z.B. in den anderen genannten Beziehungen.

Manche Ereignisse oder Probleme will man nur mit diesem einen Freund oder dieser einen Freundin bei einem Kaffee ausquatschen und nirgendwo sonst. Diese Minuten und dieses Gespräch sind dann unaustauschbar und man will sie nicht missen.

Berthold Brecht fasst für mich zusammen:

“Es ist ein weit verbreiteter Unfug, daß die Liebe über die Freundschaft gestellt wird und außerdem als etwas völlig anderes betrachtet. Die Liebe ist aber nur soviel wert, als sie Freundschaft enthält, aus der allein sie sich immer wieder herstellen kann.“

Fest steht …

Liebe gibt es. Sicher auch noch in vielen, weiteren, verschiedenen und vielleicht unbeschreiblichen Formen … Ob mein Wagnis die Liebe zu beschreiben gelungen ist, lasse ich mal dahingestellt und wünsche allen Liebe zu begegnen und rate ihnen Gebrauch davon zu machen.

L I E B E Grüße

Esragül Schönast